Das C/N-Verhältnis im Kompost ist das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff im Material. Ideal sind zu Beginn 25–30:1; zu niedrig führt zu Ammoniakgeruch, zu hoch zu langsamem Abbau, reifer Kompost liegt unter 20:1.
Das C/N-Verhältnis im Kompost ist das Massenverhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff im Ausgangsmaterial. Mikroorganismen nutzen Kohlenstoff als Energiequelle und Stickstoff für ihr Wachstum. Für einen schnellen, geruchsarmen Prozess liegt der ideale Startwert bei 25–30:1, praktikabel sind 20–40:1. Zu niedrige Werte verursachen Ammoniakgeruch, zu hohe verlangsamen den Abbau; reifer Kompost liegt unter 20:1.
Ob Kompost schnell warm wird, geruchsarm bleibt und zu einem hochwertigen Produkt reift, hängt wesentlich von einem Gleichgewicht ab: dem zwischen Kohlenstoff und Stickstoff. In diesem Beitrag erfahren Sie, was das C/N-Verhältnis bedeutet, warum 25–30:1 als ideal gilt, finden eine C/N-Tabelle gängiger Materialien, ein Rechenbeispiel für die Mischung und die typischen Anzeichen eines falschen Verhältnisses. Grundlagen finden Sie unter Was ist Kompost.
Was bedeutet das C/N-Verhältnis?
Das C/N-Verhältnis ergibt sich, indem man die Masse des Kohlenstoffs (C) in einem Material durch die Masse des Stickstoffs (N) teilt. Bei einem C/N-Verhältnis von 30:1 kommen auf eine Einheit Stickstoff 30 Einheiten Kohlenstoff.
Für die kompostierenden Mikroorganismen ist Kohlenstoff die Energiequelle, Stickstoff benötigen sie für Proteine und neue Zellen. Einen großen Teil des aufgenommenen Kohlenstoffs veratmen sie als CO2, nur ein Teil wird in Biomasse eingebaut. Deshalb brauchen sie deutlich mehr Kohlenstoff als Stickstoff.
Das C/N-Verhältnis verändert sich im Prozess. Da Kohlenstoff als CO2 entweicht, sinkt der Wert: Eine Mischung mit 25–30:1 zu Beginn liegt im reifen Zustand meist unter 20:1. Das C/N-Verhältnis ist daher Teil der Beschickungsrezeptur und der Reifebewertung. Messmethoden beschreibt unser Beitrag zur Qualitätskontrolle von Kompost.
Welches C/N-Verhältnis ist für Kompost ideal?
Die meisten Fachquellen, darunter das Cornell Waste Management Institute, sehen 25–30:1 als Optimum für die Ausgangsmischung. Kompostierung funktioniert auch zwischen 20:1 und 40:1, doch je näher man an die Grenzen kommt, desto größer wird das Risiko von Geruch oder einem trägen Prozess.
Kein gängiger Abfall erreicht diesen Zielwert allein. Grünes Material wie Speisereste, Obst- und Gemüseabfälle oder Rasenschnitt liegt darunter, braunes Material wie trockenes Laub und Sägemehl darüber. Das Diagramm vergleicht typische Werte mit dem Ziel; Sägemehl liegt mit 200–500:1 weit außerhalb der Skala und ist nicht dargestellt.
Die Konsequenz ist einfach: Stickstoffreiches Grünmaterial muss mit kohlenstoffreichem Braunmaterial ausgeglichen werden.
C/N-Tabelle gängiger Kompostmaterialien
| Material | Typisches C/N | Funktion |
|---|---|---|
| Speisereste | 15–20:1 | Stickstoffquelle, meist sehr nass |
| Obst- und Gemüseabfälle | 15–25:1 | Stickstoffquelle, hohe Feuchte |
| Rasenschnitt | 15–25:1 | Stickstoffquelle, verdichtet leicht |
| Trockenes Laub | 40–80:1 | Kohlenstoffquelle, sorgt für Struktur und Porosität |
| Sägemehl | 200–500:1 | Starke Kohlenstoffquelle, kleine Mengen genügen |
Die Werte sind als Bereiche angegeben; das tatsächliche Verhältnis hängt von Herkunft, Jahreszeit und Frische des Materials ab. Bei größeren Projekten liefert eine Laboranalyse die verlässlichsten Zahlen.

Tipp: Ein Teil des Kohlenstoffs in Sägemehl und Holzhackschnitzeln ist im Lignin gebunden und wird nur langsam abgebaut. Eine holzige Mischung, die rechnerisch 30:1 ergibt, kann in der Praxis daher etwas langsamer laufen.
Wie berechnet man das C/N-Verhältnis einer Kompostmischung?
Das C/N-Verhältnis einer Mischung ist nicht der Mittelwert der Einzelwerte, sondern Gesamtkohlenstoff geteilt durch Gesamtstickstoff. Rechnen Sie auf Trockenmassebasis, denn nasse Materialien wie Speisereste bestehen überwiegend aus Wasser.
- Trockenmasse ermitteln Rechnen Sie das Frischgewicht jedes Materials über den Wassergehalt in Trockenmasse um.
- Kohlenstoff und Stickstoff berechnen Multiplizieren Sie die Trockenmasse mit dem Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt in Prozent.
- Summieren Addieren Sie Kohlenstoff und Stickstoff aller Materialien getrennt.
- Teilen Teilen Sie den Gesamtkohlenstoff durch den Gesamtstickstoff und vergleichen Sie mit dem Ziel von 25–30:1.
Beispiel (Richtwerte zur Veranschaulichung): 100 kg trockene Speisereste mit 51 % Kohlenstoff und 3,0 % Stickstoff (C/N 17:1) werden mit 100 kg trockenem Laub mit 48 % Kohlenstoff und 0,8 % Stickstoff (C/N 60:1) gemischt. Gesamtkohlenstoff 51 + 48 = 99 kg, Gesamtstickstoff 3,0 + 0,8 = 3,8 kg – die Mischung liegt bei etwa 26:1. Bei 200 kg Speiseresten sinkt der Wert auf 150 / 6,8 ≈ 22:1. Der Online-C/N-Rechner der Cornell University übernimmt diese Rechnung einschließlich Feuchte.
Woran erkennt man ein falsches C/N-Verhältnis?
Stimmt die C/N-Balance nicht, zeigt der Kompost das meist über Geruch und Temperatur. In unserer Praxis ist der häufigste Fall ein zu niedriges C/N-Verhältnis, weil Küchenabfälle ohne Kohlenstoffquelle verarbeitet werden.
Verhältnis zu niedrig (unter etwa 20:1)
- Deutlicher Ammoniakgeruch entsteht, Stickstoff geht gasförmig verloren.
- Die Masse wird nass, klebrig und verdichtet, das Risiko anaerober Zonen steigt.
- Der Düngewert des Komposts sinkt, weil Stickstoff in die Luft entweicht.
Verhältnis zu hoch (über etwa 40:1)
- Die Temperatur steigt nicht ausreichend oder fällt früh ab.
- Der Abbau verlangsamt sich, grobe und faserige Teile bleiben lange erhalten.
- Wird unreifes Material ausgebracht, können Mikroorganismen Stickstoff im Boden binden.
Achtung: Geruchs- und Temperaturprobleme haben nicht immer ihre Ursache im C/N-Verhältnis; Feuchte und Belüftung erzeugen dieselben Symptome. Prüfen Sie zuerst die Feuchte, siehe unseren Leitfaden zum Einstellen von Feuchte und Temperatur.
Wie steuern ReBorn Cycle Maschinen die C/N-Balance?
Abfälle aus Hotels, Krankenhäusern und Kantinen bestehen überwiegend aus Speiseresten sowie Obst- und Gemüseabfällen; das Ausgangs-C/N liegt daher oft unter dem Ziel, die Feuchte ist hoch. In den geschlossenen Kompostiermaschinen von ReBorn Cycle wird diese Balance über eine einfache Beschickungsrezeptur gesteuert, die bei der Inbetriebnahme festgelegt wird.
- Begehung und Abfallprofil: Abfallart, Tagesmenge und Feuchte werden erfasst; darauf baut die Rezeptur auf.
- Kohlenstoffquelle: Trockenes Material wie Sägemehl, Holzhackschnitzel oder Laub wird dosiert zugegeben und gleicht C/N-Verhältnis und Feuchte aus.
- Mischen und Belüften: Die Maschine mischt das Material gleichmäßig, sodass sich Kohlenstoff und Stickstoff in der gesamten Masse verteilen.
- Bedienerschulung: Das Team lernt, die Rezeptur anhand von Geruch und Temperatur anzupassen.
Die RBN-C100 Kompostmaschine eignet sich etwa für Krankenhäuser und Einkaufszentren mit 100 kg/Tag, die RBN-C250 Kompostmaschine für große Hotels und Campusanlagen mit rund 250 kg/Tag. Zu Temperatur und Beschickung lesen Sie unseren Beitrag über die Prozessparameter von Kompostiermaschinen.
Häufig gestellte Fragen
Welches C/N-Verhältnis ist für Kompost am besten?
Das beste C/N-Verhältnis für die Ausgangsmischung liegt bei 25–30:1. In diesem Bereich haben Mikroorganismen ausreichend Energie und Stickstoff, die Masse erwärmt sich schnell und es entstehen keine Gerüche. Zwischen 20:1 und 40:1 funktioniert Kompostierung ebenfalls, an den Rändern steigt jedoch das Risiko von Geruch oder Verlangsamung.
Welches C/N-Verhältnis haben Speisereste?
Speisereste haben meist ein C/N-Verhältnis von etwa 15–20:1 und liegen damit unter der idealen Kompostmischung; zudem sind sie sehr nass. Allein kompostiert neigen sie zu Ammoniakgeruch und Verdichtung, daher sollten sie mit kohlenstoffreichem Material wie Sägemehl, trockenem Laub oder Holzhackschnitzeln ausgeglichen werden.
Was tun, wenn der Kompost nach Ammoniak riecht?
Ammoniakgeruch zeigt meist ein zu niedriges C/N-Verhältnis an, also zu viel Stickstoff in der Mischung. Geben Sie trockenes, kohlenstoffreiches Material wie Sägemehl, Laub oder Holzhackschnitzel zu, mischen Sie gründlich und prüfen Sie die Feuchte. Bleibt der Geruch, sollten Sie auch die Belüftung kontrollieren.
Welches C/N-Verhältnis hat reifer Kompost?
Reifer Kompost hat in der Regel ein C/N-Verhältnis unter 20:1, weil Kohlenstoff im Prozess als CO2 entweicht. Die Reife wird jedoch nicht allein über das C/N beurteilt; umgebungsnahe Temperatur, erdiger Geruch, dunkle krümelige Struktur und Pflanzentests gehören zur Bewertung dazu.
Wozu dient Sägemehl im Kompost?
Sägemehl ist im Kompost eine starke Kohlenstoffquelle und bindet Feuchte. Mit einem C/N-Verhältnis von 200–500:1 bringen schon kleine Mengen stickstoffreiches, nasses Material wie Speisereste näher an den Zielwert. Verwenden Sie nur unbehandeltes Holz ohne Lack, Farbe oder chemische Holzschutzmittel.
Wie wird das C/N-Verhältnis gemessen?
Am genauesten wird das C/N-Verhältnis durch Laboranalyse von Gesamtkohlenstoff und Gesamtstickstoff einer Probe bestimmt. Im täglichen Betrieb arbeitet man stattdessen mit typischen Werten bekannter Materialien und einer Mischungsrechnung. Geruch, Temperatur und Struktur zeigen in der Praxis, ob die Rezeptur stimmt.
Legen wir gemeinsam eine Beschickungsrezeptur und Maschinenkapazität fest, die zum C/N- und Feuchteprofil Ihres Abfalls passen. Kontaktieren Sie uns für eine Vor-Ort-Begehung und Kapazitätsempfehlung.